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Glück

Solang du nach dem Glücke jagst,
Bist du nicht reif zum Glücklichsein,
und wäre alles Liebste dein.

Solang du um Verlorenes klagst
Und Ziele hast und rastlos bist,
Weisst du noch nicht, was Friede ist.

Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
Nicht Ziele mehr noch Begehren kennst,
Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,

Dann reicht dir des Geschehens Flut
Nicht mehr ans Herz, und deine Seele ruht.

 

Hermann Hesse (1877 - 1962)

 

 Die Illusion des Ego

Das Ego lebt buchstäblich von Vergleichen. Gleichheit liegt jenseits dessen, was es erfassen kann, und Nächstenliebe wird unmöglich. Das Ego gibt nie aus dem Überfluss heraus, weil es als Ersatz dafür gemacht wurde. Das ist der Grund, weshalb das Konzept des "Habenwollens" im Denksystem des Ego aufkam.

Halte in deinem Geist Ausschau nach den Versuchungen des Ego, und lass dich von ihm nicht täuschen. Es bietet dir nichts. Wenn du erst einmal aufgehört hast, dir freiwillig so die Inspiration zu nehmen, wirst du feststellen, wie dein Geist sich sammeln, sich über die Erschöpfung erheben und heilen kann. Doch bist du den Forderungen des Ego gegenüber nicht genügend wachsam, um dich von ihnen loszumachen. Das muss nicht sein.

Wenn du traurig bist, wisse: Das muss nicht sein. Depression kommt von dem Gefühl, dass dir etwas entzogen ist, was du willst und nicht hast. Denk daran, dass dir nichts entzogen wird ausser durch deine eigenen Entscheidungen, und dann entscheide dich anders.

Wenn du ängstlich bist, werde dir klar darüber, dass Ängstlichkeit von der Launenhaftigkeit des Ego kommt, und wisse: Das muss nicht sein. Du kannst deine Wachsamkeit ebenso gegen die Diktate des Ego einsetzen wie zu ihren Gunsten.

Wenn du dich schuldig fühlst, erinnere dich, dass das Ego in der Tat gegen die Gesetze Gottes verstossen hat, du aber nicht. Solange du aber dein Denken über die, die dein Ego verletzt haben, nicht änderst, kann die Sühne dich nicht befreien.

Wisse:
Nichts Wirkliches kann bedroht werden.
Nichts Unwirkliches existiert.
Hierin liegt der alleinige Frieden.

 

Helen Schucman
(Auschnitt aus "Ein Kurs in Wundern")

 

 

©  Christine Scramoncin  / aktualisiert: 14. Dezember 2003 18:48